PrEP

PrEP (auch HIV-PrEP) ist die Abkürzung für „Prä-Expositions-Prophylaxe“; das bedeutet: Verhinderung einer möglichen HIV-Infektion.

Das Wichtigste über die PrEP

  • Die PrEP ist eine Safer-Sex-Methode, bei der HIV-Negative ein HIV-Medikament einnehmen, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen.
  • Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko bekommen die PrEP bei bestimmten Ärzt_innen verschrieben. Die PrEP-Medikamente und -Untersuchungen werden dann von der gesetzlichen Krankenkasse finanziert. Weitere Infos
  • Empfohlen wird die PrEP zur täglichen Einnahme. Es gibt auch ein Einnahmeschema vor und nach dem Sex.  Weitere Infos
  • Wer die PrEP nimmt, muss regelmäßig auf HIV und die Nierenfunktion untersucht werden. Auch Untersuchungen auf andere Geschlechtskrankheiten gehören dazu. Eine gute ärztliche Begleitung ist deshalb für die PrEP wichtig. Weitere Infos
  • Die PrEP schützt vor HIV, aber nicht vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI).
  • Bei richtiger Anwendung bietet die PrEP ebenso viel Schutz vor HIV, wie Kondome und Schutz durch Therapie.

Wie funktioniert die PrEP?

Die PrEP-Tablette dient dem Schutz vor HIV.

Zur PrEP wird ein Medikament aus der HIV-Behandlung eingesetzt. Es hindert den HI-Virus, sich zu vermehren.

Die beiden Wirkstoffe im PrEP-Medikament (Tenofovir, Emtricitabin) gelangen in die Zellen der Schleimhäute (zum Beispiel im Darm oder in der Vagina), die beim Sex mit Körperflüssigkeiten oder Schleimhäuten des Partners oder der Partnerin in Kontakt kommen.

Wenn das HI-Virus dann in diese Zellen eindringt, kann es sich nicht vermehren. Eine HIV-Infektion wird verhindert.

Dazu muss jedoch eine ausreichende Menge der Wirkstoffe im Blut und in den Schleimhäuten vorhanden sein. Es dauert unterschiedlich lang – je nach Schleimhaut – dieses Depot aufzubauen. In Anal-, Darm- und Penisschleimhaut sind es 2 Tage. In der Vaginalschleimhaut 7 Tage.

Wird das Medikament abgesetzt, verschwinden die Wirkstoffe im Körper und somit auch die Schutzwirkung.

In extrem seltenen Fällen sind die übertragenen Viren schon gegen das PrEP-Medikament resistent. Dann kann es trotz korrekter PrEP-Anwendung zu einer Ansteckung kommen. Weltweit sind bisher aber nur eine Handvoll solcher Fälle bekannt.

Wie bekomme ich die PrEP?

Seit dem 1. September 2019 übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für die PrEP-Medikamente und Begleituntersuchungen bei Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko. Die privaten Krankenversicherungen haben eigene Regelungen – Nachfragen lohnt sich.

Wichtig ist aber in jedem Fall ein Auftaktgespräch: Mit geschulten Ärzt_innen kann besprochen werden, ob die PrEP infrage kommt und was dabei zu beachten ist. Auch die nötigen Checks werden besprochen.

Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, können Ärzt_innen ein Kassenrezept für 3 Monate ausstellen. Im Rahmen der dreimonatigen Checkups kann jeweils ein neues Rezept ausgestellt werden.

Man kann sich die PrEP auch auf Privatrezept verschreiben lassen. Medikamente und Untersuchungen muss man dann selbst bezahlen.

Unsere Kampagne ICH WEISS WAS ICH TU (IWWIT) hat einen PrEP-Leitfaden für cis und trans* Männer entwickelt, die Sex mit Männern* haben.

Bezug und Kosten

Die PrEP auf Kassenrezept können nur Ärzt_innen verschreiben, die sich mit der Behandlung von HIV-Patient_innen und/oder mit der PrEP auskennen.

HIV-Schwerpunktärzt_innen findet man zum Beispiel auf der Seite der dagnä, erfahrene PrEP-Begleiter_innen auch auf prep.jetzt

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Einnahme und PrEP-Checks

Die PrEP kann nur dann vor HIV schützen, wenn die Tabletten richtig eingenommen werden. Verordnet wird die PrEP zur täglichen Einnahme. Es gibt auch ein anlassbezogenes Einnahmeschema, das ebenfalls zuverlässig schützt (siehe IPERGAY-Studie).

Ebenso wichtig ist die medizinische Begleitung bei einer PrEP. Regelmäßige PrEP-Checks kontrollieren die Wirkung und testen auf andere Geschlechtskrankheiten.

Für wen wird die PrEP empfohlen?

Die Deutsch-Österreichischen PrEP-Leitlinien empfehlen die PrEP für Menschen ab 16 Jahren mit erhöhtem („substanziellem“) HIV-Risiko. Dazu gehören zum Beispiel

  • Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), und trans* Personen, die in den letzten drei bis sechs Monaten Analverkehr ohne Kondom hatten und/oder voraussichtlich in den nächsten Monaten Analverkehr ohne Kondom haben werden
  • MSM und trans* Personen, die in den letzten zwölf Monaten eine Geschlechtskrankheit hatten
  • Partner_innen von Menschen mit HIV, die keine HIV-Therapie machen, bei denen die HIV-Therapie nicht richtig wirkt oder bei denen die HIV-Therapie noch nicht mindestens sechs Monate lang wirkt
  • Menschen, die Sex ohne Kondom mit Partner_innen haben, bei denen eine undiagnostizierte HIV-Infektion wahrscheinlich ist
  • Drogen injizierende Personen, die keine sterilen Spritzbestecke verwenden.

Du hast noch Fragen? Dann freuen wir uns, von dir zu hören!

Tel.: 0361 346 22 97

E-Mail: beratung@thueringen.aidshilfe.de